Bruno Kurz

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PERLUCEO Galerie Alfred Knecht, Karlsruhe, 11.6. - 17.7.2010

Im Grunde ist es nur ein Thema, das den Maler Bruno Kurz seit Jahren bewegt und herausfordert: LICHT.   Ein Urelement unserer Existenz: ohne Licht kein Leben! -  kein Tag und keine Nacht, kein Erwachen, kein Sehen, kein Unterscheiden, keine Orientierung, kein Werden und Vergehen.

LICHT ist überall präsent, formlos und immateriell, daher auch begrifflich schwer zu fassen.

Die Malerei zeigt seit Jahrhunderten die Illusion des LICHTS, und betont damit seit der Renaissance in allen Varianten des Naturalismus und  Realismus, gegenstandsbezogen, die Form und die plastische Qualität der Motive. Die Maler des Barock haben darüber hinaus inszenatorisch mit Licht und Schatten, Hell und Dunkel die Dramaturgie des Bildgeschehens gesteigert, und einige Maler und Fotographen des aktuellen Realismus lassen sich durchaus davon inspirieren. Als Symbol verweist LICHT vom Mittelalter bis zum Barock auch auf religiöse, göttliche Transzendenz und über die Romantik bis heute bleibt diese Symbolik in der Kunst nach wie vor präsent, nur die Gewichtungen verschieben sich.

Dennoch, für die Malerei von Bruno Kurz sind die genannten Kategorien kaum von Bedeutung, denn gegenständliche Motive mit konturbegrenzten Formen und plastischem Volumen kommen in seinen Bildern nicht vor. Eher drängt sich der Eindruck auf, dass sich der Maler in einer weiteren, der wissenschaft-lichen Dimension  mit LICHT auseinandersetzt. Besonders das dominierende Prinzip der horizontalen Schichtung verschiedener Licht - und Farbzonen vermittelt den Eindruck einer Geologie des Lichts, die, trotz fließender Übergänge und  dem pulsierenden Anschwellen und Verklingen der Intensitäten , Rationalität und analytische Strenge vermittelt.

Er ist jedoch kein Wissenschaftler sondern Maler, arbeitet direkt mit Händen und Materialien, methodisch und experimentell in Einem. Wenn er Metall, Leinwand und Holz als Malgründe einsetzt, darüber schichtweise Gewebe und lasierend Farben und Harze legt, sind das gestalterische Prozesse, die immer wieder neu ein Ziel suchen:

LICHT spürbar zu machen, es aufzusaugen und Versickern zu lassen oder zu Reflektieren und mit LICHT Farben zum Leuchten zu bringen.

Diese unterschiedlichen optischen wie haptischen Qualitäten der Werke, die bis zu opaker Dichte reichen können, sind das Gegenständliche an den Bildern von Bruno Kurz, das im Gegensatz zum Immateriellen der Lichtphäno-mene steht und damit immer wieder neue und beeindruckende Spannungs-verhältnisse und Wirkungen aufbaut.

Dennoch handelt es sich bei den Bildern von Bruno Kurz nicht um autonome Malerei, denn der Maler scheut sich  nicht vor Symbolik, wenn er  Titel wie „Lux aeterna“ formuliert und den Bildern damit, trotz gegenstandsfreier Abstraktion, bildlogisch schöpfungsgeschichichtliche Bedeutungsdimensionen zubilligt, die überzeugend auf den Anfang aller Anfänge verweisen , dorthin, wo vor der Welt nur LICHT war.

Der Künstler Bruno Kurz tritt ganz hinter sein Werk zurück, drängt ihm keinen expressiven Duktus auf, erzeugt mit kompositioneller Strenge den Eindruck von Disziplin und Distanz  und schafft es doch über die Wirkung von LICHT und Farben und einem hohen Maß an materialbezogener Sensibilität dem Betrachter eigene, emotionale Zugänge zu öffnen. Eine dialektische künstlerische Dimension die überzeugt und die Bilder von Bruno Kurz immer wieder sehenswert macht.

Ernst Schneider

Künstler und Galerist